Presseinformation

Zum Auftakt des internationalen Jahres der Wälder 2011 am 21. März 2011:

Virtueller Wald: Mehr Wissen über Wälder hilft der Forstwirtschaft, dem Naturschutz und dem Klima

Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung begrüßt Kampagne der Vereinten Nationen – Bedeutung von Wäldern wird unterschätzt – Forschungsprojekt für neue Wissensbasis


Dortmund, 18. März 2011 – Die Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIF) e.V. begrüßt und unterstützt das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Jahr der Wälder“, für das am Montag, 21. März 2011, in Berlin der nationale Startschuss fällt. Mit dem Internationalen Jahr wollen die Vereinten Nationen weltweit auf die hohe Bedeutung der Wälder aufmerksam machen. „Wir können in unserem Forschungsprojekt „Virtueller Wald“ bereits jetzt sehr deutlich zeigen, wie entscheidend mehr Wissen über die komplexen Zusammenhänge im Wald für die Forstwirtschaft für den Natur- und den Klimaschutz ist. Daher begrüßen wir diese Initiative der Vereinten Nationen ausdrücklich“, erklärt RIF-Vorstand Prof. Dr. Jürgen Roßmann zum Auftakt des Jahres. Im Herbst will RIF im Rahmen der Internationalen Kampagne die Öffentlichkeit zu einem „Virtuellen Waldspaziergang“ einladen.

Seit gut fünf Jahren entwickeln die Forscher bei RIF in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Mensch-Maschine-Interaktion der RWTH Aachen Methoden, mit denen Daten aus Luftaufnahmen und Landkarten so zusammengebunden werden, dass „Virtuelle Wälder“ berechnet werden können: Datenwelten, in denen jeder einzelne reale Baum mit seinen Eigenschaften wie Höhe, Sorte und Stammumfang, und den konkreten Wuchsbedingungen an seinem Standort erfasst ist. Diese „Virtuellen Wälder“ können mit 3D-Projektionen täuschend echt dargestellt werden. Wichtiger als diese eindrucksvolle Darstellungsform ist jedoch, dass die Daten auch auf jedem modernen PC eingesehen und genutzt werden können.

„Im Virtuellen Wald wird das Wissen über Zusammenhänge in realen Wäldern zusammengetragen. Mit diesem Wissen können wir virtuelle Zeitreisen unternehmen: etwa vorausberechnen, wie ein Waldstück in 20 bis 30 Jahren gewachsen sein wird und was passiert, wenn wir heute bestimmte Bäume an konkreten Stellen fällen oder pflanzen“, erklärt Prof. Rossmann. Neben der Unterstützung der Forst- und Holzwirtschaft kann der Virtuelle Wald so auch helfen Biomassepotenziale des Waldes nachhaltig zu nutzen, die Natur und das Landschaftsbild zu schützen oder berechnen, welchen Beitrag Wälder zur Abmilderung des Klimawandels liefern. Das Forschungsprojekt wird vom Land NRW und der Europäischen Union finanziert. Für fachspezifische Fragestellungen arbeiten die RIF-Experten mit Fachleuten von der RWTH Aachen, der TU München und der TU Dortmund zusammen.

Auf internationalen Fachmessen konnte RIF schon mehrfach demonstrieren, wie mit diesen Informationen die Arbeitsprozesse im Wald unterstützt werden können. So können Förster, die mit speziellen Notebooks im Wald unterwegs sind, sich gezielt zu auffälligen Baumbeständen leiten lassen, Zustandsbeschreibungen wie Schädlingsbefall oder Krankheiten direkt vor Ort aufnehmen und für weitere Planungen vermerken. Erntemaschinen, ausgestattet mit Laserscannern, können gezielt bis wenige Zentimeter vor einen bestimmten Baum gelenkt werden. Auch kann jeder gefällte Baum direkt seinem Besitzer gutgeschrieben werden. So eröffnet das Projekt auch den vielen Kleinstprivatwaldbesitzer in Nordhein-Westfalen, für die sich eine separate Bewirtschaftung kaum lohnt, neue Bewirtschaftungsmöglichkeiten.

Zum Auftakt des internationalen Jahres der Wälder 2011 am 21. März 2011 wurde in der Fernsehsendung NANO ausführlich über den virtuellen Wald  und seine Beiträge zu den ökologischen und ökonomischen Zielen berichtet.  Den kompletten Beitrag können Sie in der 3Sat Mediathek ansehen.